Press release: "Früchte aus dem Swat-Tal, Pakistan"

“FRÜCHTE AUS DEM SWAT-TAL, PAKISTAN”
Das Landwirtschaftsprojekt, durchgeführt von HOPE’87 und finanziert von der Europäischen Kommission, fährt trotz der Flutkatastrophe hervorragende Erträge ein

Von den verheerenden Überschwemmungen im Juli/August 2010 in Pakistan waren auch die Landwirte des Projektes „Rehabilitation of livelihood“ im Swat-Tal, finanziert von der Abteilung für Humanitäre Hilfe und Zivilschutz der Europäischen Kommission (abgekürzt ECHO), betroffen. Innerhalb des sechsmonatigen Projekts, das am 1. April 2010 begann, wurden etwa ¾ der Felder, die mit Mais und Tomaten bepflanzt waren, überflutet bzw. die Jungpflanzen teilweise von den Wassermassen beschädigt. Ebenso verloren etwa 50% der Obstbäume einen Teil ihrer Früchte und Teile der Regenwassersammelbecken und Bewässerungskanäle wurden zerstört. 

Doch die Abschlussstudie über den Projekterfolg zeigte, dass die enorm gute Ernte jene des Konfliktjahres 2009 und sogar die des normalen Erntejahres 2008 weit übertreffen konnte. Die lokale Maismehlerzeugung, das Hauptnahrungsmittel der armen Leute in der Region, konnte um 89% gegenüber 2008 bzw. um 300% gegenüber 2009 erhöht werden. Der gewerbliche Anbau von Tomaten brachte heuer durchschnittlich 5.232kg verglichen mit 70kg während des Krieges in 2009 - ergibt ein Einkommen von ungefähr 735€ pro Familie. Kartoffeln konnten nur in wenigen Gebieten angebaut werden, aber die Ernte von durchschnittlich 27.057kg pro Haushalt bringt eine 166% Einkommenserhöhung zu 2009.

Der Direktor von HOPE’87-Pakistan Herr Shoaib Haider erklärt wie dies möglich war: „Die begünstigten Bauern besitzen ihre Felder in etwas höher gelegenen Gebieten im Bezirk Charbagh, im Norden des Swat-Tals, wo es im September/Oktober oft zur Wasserknappheit kommt. Einerseits war durch die erhöhten Regenfälle genügend Wasser für die Bewässerung vorhanden. Die Gemeinden legten partizipativ fest welche Bewässerungsanlagen am dringendsten instand gesetzt gehören. Das Regenwasser wird in 52 künstlich angelegten Sammelteichen gespeichert und über Bewässerungssysteme auf insgesamt 2.168 Hektar Farmland verteilt.  Andererseits wurden die Landwirte und Obstbauern multidimensional unterstützt. Die Begünstigten bestimmten selbst, welche Sorte der qualitativ hochwertigen Hybridsamen sie verwenden wollen, erhielten dementsprechend Dünger und den einkommensschwachen Haushalten wurde das Land gepflügt. Weiters gab es noch landwirtschaftliche Informationsveranstaltungen und 100 Personen wurden zu Spezialisten in Agrartechnik zur optimalen Pflege und Pflanzenschutz ausgebildet. Darüber hinaus wurden alleinstehende Frauen in der Nutzung ihrer Kleingärten unterstützt.“ Insgesamt konnte über 47.000 Menschen langfristig für ihren Lebensunterhalt geholfen werden, damit das Swat-Tal wieder ein fruchtbares und bewohnbares Land wird.

Im Nordwesten von Pakistan befindet sich das Swat-Tal, welches durch die Taliban mehrere Jahre besetzt war und 2009 von der Regierungsarmee befreit wurde. Im August 2009 startete HOPE’87 die Soforthilfe für über 46.000 Konfliktopfer im Bereich Wasser und Sanitäreinrichtungen mit der Unterstützung von ECHO und Apotheker helfen e.V.; Mit dem Beginn der Flutkatastrophe werden weitere 29.000 Betroffene mit Hygienepaketen, Wasseraufbewahrungsbehältern, Instandsetzung von 50 Wasseranlagen, Bau von etwa 210 Latrinen und notwendigen Aufklärungskampagnen zum Thema Hygiene unterstützt.

Für mehr Informationen zu diesem Thema, Fotomaterial oder Interviews kontaktieren Sie bitte Mag.a Judith Stemerdink-Herret unter Tel (43-1) 982-7115 oder Email office@hope87.at